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Mehrere digitale Synthesetechniken beruhen darauf, daß die Wellenform des Oszillators bzw. das Sample nicht einfach verändert, sondern gewechselt wird. Dies geschieht meist automatisiert per Hüllkurve oder LFO, kann aber auch händisch durchgeführt werden.

WavetableBearbeiten

Die bekannteste Form ist die Wavetable. Diese ist eine Reihe von Digitalwellen mit exakt gleicher Länge und Auflösung. Jeweils benachbarte Wellen sind sich sehr ähnlich, was störungs- und artefaktarmes Durchfahren der Welle ermöglicht und idealerweise auch bei langsamer Durchfahrt einer Wavetable das Weiterschalten zwischen zwei Wellen unhörbar macht.

Grundlage einer Wavetable sind zunächst zwei unterschiedliche Digitalwellen, die die Enden der Wavetable bilden. Die Zwischenschritte werden extern errechnet und in den Synthesizer importiert. Sie bilden Schritt für Schritt die allmähliche Transformation von der Wellenform am einen Ende zu der am anderen Ende ab. Die Zahl der Schritte kann variieren, bei den Synthesizern von PPG und Waldorf hat sich aber eine Länge von 64 Wellen etabliert.

Wavetables ermöglichen zum einen lebendige, bewegliche Klänge, die mit anderen Syntheseformen so nicht möglich sind. Zum anderen stellen sie auch für statische Klänge ganz neue Basiswellenformen zur Verfügung.

Irreführende Verwendung des Begriffs WavetableBearbeiten

Im Consumer-Computerbereich wird "Wavetable" gern angewandt auf jede Art von samplebasierter Klangerzeugung, sei es ein Onboard-Rompler auf einer Soundkarte, sei es ein kleiner Software-Sampleplayer, der im Betriebssystem integriert ist ("Microsoft GS Wavetable Synth"). Tatsächliche Wavetables werden hier aber nicht zur Verfügung gestellt.

Einfache Implementation in virtuell-analogen SynthesizernBearbeiten

Einige virtuell-analoge Synthesizer erlauben bei ihren Oszillatoren nicht nur das Umschalten, sondern das Überblenden zwischen zwei Grundwellenformen. Wenn dies als Modulationsziel anwählbar ist, hat man beispielsweise eine Art Wavetable mit Dreieck und Sägezahn. Der Unterschied zu einer echten Wavetable wird aber sein, daß zwischen den beiden Wellenformen keine Überblendung stattfindet, sondern eine Verformung.

TranswaveBearbeiten

Transwave ist eine Weiterentwicklung der Wavetable von Ensoniq. Das Prinzip ist dasselbe, allerdings haben Transwaves immer 128 Wellen und werden aus zwei Basiswellen direkt im Gerät errechnet.

Wave Sequencing/HyperwaveBearbeiten

Das Prinzip der Wavetable-Synthese kann statt auf Digitalwellen auch auf geloopte Samples oder mehrere geloopte Abschnitte desselben Sample angewandt werden. Die geloopten Segmente müssen nicht gleich lang sein, was die Flexibilität weiter erhöht. KORG gab diesem Prinzip den Namen Wave Sequencing, Ensoniq nannte es Hyperwave.

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Verfahren ist, daß beim Wave Sequencing die Wellen nicht direkt aneinander anschließen, sondern aufeinander übergeblendet werden.

Granularsynthese/GraintableBearbeiten

Die Granularsynthese geht noch einen Schritt weiter. Auch sie verwendet Samples, die in einzelne loopbare Abschnitte unterteilt werden. Diese Abschnitte heißen nun Grains und sind extrem kurz, meist zwischen 10 und 50 ms, diese Länge ist aber nicht zwingend an die Frequenz des Grundtons gebunden.

Die Zielsetzung der Granularsynthese ist aber eine etwas andere als die der Wavetablesynthese: Ausgangsmaterial ist ein sich klanglich veränderndes Sample. Die Granularsynthese ermöglicht auf ihre Weise das Variieren der Abspielgeschwindigkeit dieses in Grains zerhackten Sample, ähnlich wie beim Pitchshifting, aber mit dem Unterschied, daß mit Granularsynthese das Abspielen komplett angehalten, der Klang also eingefroren werden kann, indem fortwährend dasselbe Grain gespielt wird. Es ist sogar möglich, den Klang rückwärts laufen zu lassen. Außerdem ist all dies in Echtzeit möglich. Durch die Kürze der Grains werden Artefakte vermindert.

VektorsyntheseBearbeiten

Die Vektorsynthese arbeitet an sich völlig anders, nämlich mit tatsächlichem Überblenden zwischen vier Digitaloszillatoren oder Wave Generators in einem Mixer, erzeugt aber ähnliche Resultate. Interessanterweise verwenden einige Synthesizer als Grundmaterial für die Vektorsynthese wiederum Wavetables oder Wave Sequencing.

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