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Sample & Hold, kurz S&H, ist ein Bestandteil elektronischer Klangerzeuger, der als Modulationsquelle verwendet wird. Trotz des potentiell irreführenden Namens hat es nichts mit Sampling zu tun. Es ist zu finden in einigen analogen, besonders modularen, und virtuell-analogen Synthesizern, seltener auch in anderen Synthesizerarten.

FunktionsweiseBearbeiten

Sample & Hold hat zwei Eingänge und einen Ausgang. An einem Eingang liegt ein Signal, das abgegriffen, also „gesamplet“ wird. Der andere Eingang dient als Trigger, also als Auslöser für das Abgreifen, unterscheidet also nur, ob etwas anliegt oder nicht.

Die Funktionsweise von Sample & Hold kann man vergleichen mit der eines Fotoapparates oder eines Standbildes. Sobald am Triggereingang ein Signal anliegt, das nicht null ist, löst Sample & Hold aus: Es greift am Eingangssignal den in diesem Augenblick anliegenden Wert ab, friert ihn ein wie eine Momentaufnahme und und gibt ihn konstant am Ausgang aus, auch wenn das Eingangssignal sich inzwischen verändert. Wenn am Triggereingang erneut ein Signal angelegt wird, wird ein neuer Wert abgegriffen und ausgegeben.

Typische eingehende SignaleBearbeiten

Als abzutastendes Signal kommen naturgemäß nur solche in Frage, die sich auch verändern. Es wäre ziemlich sinnlos, etwa bei einem Modularsynthesizer eine konstante Gleichspannung abtasten zu wollen. Am häufigsten wird ein LFO oder ein Rauschgenerator eingespeist.

Beim Triggersignal ist nur wichtig, daß es wieder auf null zurückfällt, andernfalls kann es das Sample & Hold nicht neu auslösen. Legt man beispielsweise die Tastatur an, löst Sample & Hold bei jedem Tastendruck aus. Legt man einen LFO mit Rechteck- oder Pulswelle an, löst es regelmäßig aus mit der LFO-Frequenz als Häufigkeit. (Bei anderen Wellenformen mit zwei Nulldurchgängen ist gerade bei spannungsgesteuerten Analogsynthesizern damit zu rechnen, daß Sample & Hold mit der doppelten Rate auslöst oder überhaupt nicht, weil der LFO zu kurz auf null ist.)

Typische AnwendungenBearbeiten

Rauschen ist ein chaotisches, unregelmäßiges, sich (idealerweise) nicht wiederholendes Signal. Wenn man es mit Sample & Hold abtastet, bekommt man einen Zufallsgenerator. Triggert man ihn mit einem schnellen LFO und moduliert mit dem ausgehenden Signal die Frequenz eines Oszillators, bekommt man diesen klischeehaften 70er/80er-Jahre-„Computersound“ mit sich schnell zufällig ändernder Tonhöhe.

Bei Stereosynths kann man Sample & Hold als Zufallsgenerator per Tastatur auslösen und aufs Panorama legen, um das in den 90ern immer wieder bei Werkssounds angetroffene Zufallspanorama zu erreichen.

Der Roland SH-09 hat am Filter einen eigenen Regler für Sample & Hold. Wenn man ihn von einem externen Sequenzer ansteuert und das Signal vom Sequenzer auch zum Auslösen von Sample & Hold nimmt, kann man Acid-Basslines mit sich zufällig verstellendem (statt handgeschraubtem) Filter-Cutoff spielen.

Andere Möglichkeiten tun sich auf, wenn man mit Sample & Hold einen langsamen Sägezahn- oder Dreiecks-LFO durch einen um ein Vielfaches schnelleren LFO ausgelöst abtastet. Das Signal des langsamen LFO wird dann gestuft ausgegeben. Damit wird Sample & Hold einem Sequenzer oder Arpeggiator ähnlich, denn Modulation der Tonhöhe erzeugt einen tonleiterartigen Effekt.

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