FANDOM


Die Music Workstation, meist nur kurz Workstation genannt, ist eine Form des digitalen Synthesizers, genauer gesagt des Romplers, die ursprünglich konzipiert wurde, um mit einem einzigen elektronischen Musikinstrument und einem Minimum an Outboard-Equipment ganze Songs verschiedenster Stilrichtungen produzieren und live, wenn auch mit Maschinenhilfe, aufführen zu können. Gleichzeitig sollte sie auch als Zentrale in einem Keyboard/Synthesizer-Setup fungieren können. Heute wird sie nur noch selten in Musikproduktionen eingesetzt, wegen ihrer klanglichen Vielfalt allerdings von Keyboardern in Bands im Liveeinsatz geschätzt.

Definition der WorkstationBearbeiten

Folgende Merkmale kennzeichnen die Workstation:

  • digitale Klangerzeugung basierend auf ROM-Samples; andere Klangerzeugungsarten sowie Sampling sind optional
  • große Bandbreite an Preset-Sounds inklusive Drums, keine klangliche Spezialisierung
  • Sounds voll editierbar (Synthesizer-Kriterium)
  • interne Effekte
  • zeitgemäße Polyphonie und meist 16fache Multitimbralität (einige der ersten Workstations sind nur achtfach multitimbral)
  • Songsequenzer mit Aufnahme- und Editfunktionen und mindestens mit einer Spur pro Multimode-Part
  • MIDI
  • digitaler Wechselspeicher zum Austausch von Soundeinstellungen und Sequenzen

EinsatzgebieteBearbeiten

Im StudioBearbeiten

Das ursprünglich angedachte Einsatzgebiet der Workstation war das Studio. Ihre Vorteile spielte sie allerdings weniger in professionellen, ohnehin vollausgestatteten Studios aus und mehr im Amateur- und Homeproducer-Bereich.

Was sie hier attraktiv machte, war, daß sie alleine eine Vielzahl an Funktionen übernehmen konnte. Die samplebasierte Klangerzeugung und somit große klangliche Bandbreite machte die Produktion auch weniger elektronisch klingender Musik möglich, und weil die Workstation ihre Werkssamples in einem ROM hat, standen die Sounds sofort nach dem Einschalten zur Verfügung; die Alternative waren reine Sampler, in die die Klänge erst noch geladen werden mußten. Effekte brachte die Workstation auch gleich mit, so daß diese nicht zusätzlich benötigt wurden. Die Multitimbralität ermöglichte es, gleich mehrere Klänge gleichzeitig aus diesem einen Gerät zu holen, und um diese zu spielen, konnte man auf den auch schon eingebauten Sequenzer zurückgreifen und brauchte keine externe Lösung wie einen reinen MIDI-Sequenzer oder einen Computer mit Sequenzersoftware, seinerzeit meist Atari ST. Schließlich erhielten schon nach wenigen Jahren die ersten Workstations Fähigkeiten von Samplern, nämlich neue Samples zu laden oder gar eigene Samples zu erstellen und weiterzuverarbeiten.

Als in den 90ern die Software-Sequenzer populärer wurden, spielte die Workstation weiterhin häufig den Vorteil aus, die beste Rompler-Klangerzeugung des jeweiligen Herstellers zu haben; einige waren gar als Expander fürs Rack mit weitgehend unverändertem Funktionsumfang erhältlich. Das Interesse von Synthesizer-Freaks an Workstations begann aber zu schwinden, weil sie keine Rompler wollten, sondern Analogsynthesizer oder adäquaten Ersatz.

Der Siegeszug der Digital Audio Workstation (DAW) und der Software-Synthesizer hat die Workstation fast vollständig aus den Studios verdrängt; hier und da werden sie höchstens noch als Masterkeyboard verwendet, aber ihre Klangerzeugung kommt im Studio kaum mehr zum Einsatz.

LiveBearbeiten

Von Anfang an wurde die Workstation auch live verwendet. Seit jeher ist der Hauptgrund dafür, daß Workstations fast immer die besten samplebasierten und entsprechend vielseitigen tastaturbestückten Klangerzeuger des jeweiligen Herstellers sind und mit ihrer umfangreichen Ausstattung viel Outboard-Equipment ersetzen, das in Live-Situationen einen Zusatzaufwand darstellen würde.

In Livesituationen kann auch der Sequenzer hilfreich sein, wenn die Musik mehr Parts hat als per Hand gespielt werden können. Das kann der Elektronik-Act sein, dessen Musik ohnehin nicht 100% händisch spielbar ist, aber auch die klassische Liveband, deren Keyboarder bei umfangreichen Arrangements diejenigen Parts dem Sequenzer überläßt, für die er keine Hände frei hat. Die größte Schwierigkeit in letzterem Fall ist, die Rhythmusgruppe der Band zum Sequenzer zu synchronisieren, denn umgekehrt ist ein Sequenzer praktisch nicht zur Rhythmusgruppe einer Band synchronisierbar.

Auch einige Alleinunterhalter verwenden die Music Workstation als Ersatz für Arranger-Keyboards, seit erstere in der Lage ist, MIDI-Files wiedergeben können. Das Fehlen eines Rhythmusgerätes mit Begleitautomatik macht auf der Workstation allerdings das spontane Spielen von Liedern, von denen keine MIDI-Files vorliegen, unmöglich, zumindest aber schwieriger als auf dem Arranger-Keyboard mit seiner Auswahl an fertigen Begleitrhythmen.

Während aber sehr wohl auch einige reine Elektronikmusiker teilweise heute noch Workstations einsetzen, trifft man sie im Club-Bereich nicht an. Erstens gibt es für die dort typische groove- und looporientierte Musik weitaus besser geeignete Geräte. Zweitens ist vieles an typischer Workstation-Ausstattung Ballast von den ROM-Samples von Naturinstrumenten bis hin zur Klaviatur – im Club wird selten bis nie live auf einer Klaviatur gespielt –, derweil andere essentielle Features für den Clubeinsatz fehlen. Und drittens ist sie schlicht und ergreifend zu groß.

Technische AusstattungBearbeiten

KlangerzeugungBearbeiten

Die Workstation gehört zu den Synthesizern. Dies bedeutet nicht nur, daß sie ihre Klänge elektronisch erzeugt, sondern auch, daß die Parameter der Klangerzeugung veränderbar und neue Klänge erstell-, lad- und speicherbar sind, der Musiker also nicht beschränkt ist auf die Verwendung von Presets.

Grundlegender Rompler-AufbauBearbeiten

Jede Workstation ist zunächst einmal ein Rompler und hat eine entsprechende Klangerzeugung. Basis dieser ist ein in einem ROM vorgehaltener Vorrat an Samples, die somit sofort nach dem Einschalten zur Verfügung stehen und von vielerlei Quellen stammen, also etwa akustische Instrumente, elektrische Instrumente, Chöre und andere nichtinstrumentale Klänge sowie auch andere Synthesizer und rohe Grundwellenformen.

Weiterhin gehören zum Samplevorrat einer Workstation wie bei den meisten anderen Romplern immer auch Drums und Percussion, und die darauf aufbauenden Sounds sind in Drumkits zusammengefaßt, so daß nicht jeder Drumsound ein eigenes Klangprogramm benötigt.

Die Samples durchlaufen einen komplett digitalen subtraktiven Synthesestrang, also in den meisten Fällen ein Filter, in selteneren Fällen können es wahlweise auch zwei sein. In der Frühzeit waren Workstation- und Rompler-Filter nicht immer resonanzfähig.

Wenn keine Alternativverschaltungen gewählt werden, ist es üblich, daß jeder Tongenerator sein eigenes Filter und seinen eigenen Verstärker hat. Der Tonhöhe des Tongenerators, der Cutoff-Frequenz des Filters und der Ausgangslautstärke des Verstärkers ist jeweils eine eigene Hüllkurve zugeordnet, so daß Klangprogramme mit einem Dutzend Hüllkurven keine Seltenheit sind. Jeder dieser Stränge benötigt in der Polyphonie eine eigene Stimme.

SamplingBearbeiten

Besonders in Oberklasseworkstations wurde nach und nach Sampling in unterschiedlicher Ausprägung eingeführt, erst in jüngerer Zeit auch in den ersten Mittelklasseworkstations. Einige Modelle können nur Fremdsamples und dazugehörige Soundprogramme laden und abspielen, andere wiederum besitzen Sampler-Vollausstattung, können also selbst über hochwertige Eingänge samplen und Samples umfangreich nachbearbeiten, wiederum andere sind zum Sampler aufrüstbar bei unterschiedlicher Grundausstattung.

Die Datenträger, mit denen Workstations arbeiten, sind bei samplingfähigen Modellen entsprechend dem zeitgenössischen Stand der Technik ausgeprägt. In den 90er Jahren bedeutete dies eine externe SCSI-Schnittstelle, manchmal auch eine interne zum Einbau einer Festplatte, um sich von externen Laufwerken unabhängig machen zu können. Ohne SCSI sind die Workstations des 20. Jahrhunderts auf 3½"-Floppy-Disks angewiesen; zumindest hat man von Anfang an auf proprietäre Speicherkarten verzichtet. Im 21. Jahrhundert haben USB und standardisierte Speicherkarten SCSI beim Beschicken des Instruments mit Samples überflüssig gemacht. Inzwischen wurde auch die mechanisch empfindliche interne Festplatte durch Flash-ROM oder gar Solid State Disks ersetzt; letztere sind schnell genug, um große Samples nicht erst komplett in den RAM laden zu müssen, sondern direkt vom Laufwerk streamen zu können.

Andere SyntheseformenBearbeiten

Während ein Großteil der Workstations ausschließlich mit Samples arbeitet, bedienen sich andere zusätzlich alternativer Klangsynthesen, sind also zusätzlich beispielsweise virtuell-analoger Synthesizer, FM-Synthesizer und/oder Physical-Modeling-Synthesizer. Dabei gibt es verschiedene Arten, wie dies umgesetzt wird.

Die häufigste Methode ist, für alternative Syntheseformen komplett separate Klangerzeuger einzubauen. Diese haben jeweils ihre eigene Polyphonie, manchmal sogar ihre eigenen Effekte, und die unterschiedlichen Syntheseformen treffen höchstens im Multimode wieder aufeinander. In den 90er Jahren ist Yamaha bei großen Workstations so vorgegangen: SY77, TG77 und SY99 haben zusätzlich zum Rompler einen sehr umfangreichen FM-Teil, EX5 und EX7 besitzen statt dessen einen virtuell-analogen und einen Physical-Modeling-Synthesizer.

Eine Variation davon ist, die alternativen Syntheseformen anzubieten als Hardware-Erweiterungen für Workstations, die ohne diese Erweiterungen reine Sampleplayer sind. KORG Trinity und KORG Triton gehörten zu den ersten dieser Art, aber auch Yamaha Motif und Motif ES können unter anderem mit FM- und Virtuell-Analog-Karten aufgerüstet werden, und die KORG M3 kann ergänzt werden entweder um ein Erweiterungsmodul mit der kompletten Klangerzeugung des virtuell-analogen KORG RADIAS oder auf den größeren Tastaturen um einen ganzen RADIAS.

Davon wiederum eine Variation, die bislang nur KORG OASYS und KRONOS nutzen, ist das Vorhalten zusätzlicher Syntheseformen als theoretisch oder tatsächlich nachladbare Software-Plugins, die gegenüber Hardware-Erweiterungen die Vorteile haben, einfacher und ohne Werkzeug einsetzbar zu sein und im Gerät keinen Platz einzunehmen.

Seltener ist die Methode, alle Syntheseformen in denselben Strang einzubauen, sie also etwa auf Oszillatorebene wählbar zu machen, woraufhin sie ab dem Filter alle durch einen identischen subtraktiven Strang laufen (Alesis Fusion, oder alternative Synthesen mit „Bordmitteln“ zu erzeugen (Kurzweil-Workstations mit V.A.S.T., die unter anderem als FM-Synthesizer zweckentfremdet werden kann).

Allen Klangerzeugungen in Workstations ist gemeinsam, daß sie volldigital arbeiten, also keine analogen Komponenten verwenden, was auch der großen Stimmzahl geschuldet ist – ein Analogfilter etwa müßte für jede Stimme einzeln als Schaltung vorhanden sein.

Polyphonie, MultitimbralitätBearbeiten

Mit Ausnahme der KORG M1 und der KORG-T-Serie, die achtfach multitimbral sind, sind Workstations durchweg 16fach multitimbral, um jedem MIDI-Kanal einen eigenen Multimode-Part zur Seite zu stellen.

Entsprechend fällt die Polyphonie bei Workstations aus: Schon in den 90ern stieg die Stimmzahl bei Workstations über 32 auf zunächst 64, am Ende des Jahrzehnts auch auf 128 Stimmen an. Oberklasseworkstations haben heute noch mehr Stimmen. Der hohe Stimmbedarf ist allerdings auch der Eigenart von Romplern im allgemeinen geschuldet, daß jeder Synthesestrang für sich Stimmen braucht; wenn man also mit einem Sound, der vier Synthesestränge verwendet, eine einzelne Note spielt, braucht diese vier Stimmen.

Separate alternative Syntheseformen haben generell ihren eigenen Soundprozessor und somit ihre eigenen Polyphoniewerte. In einer Yamaha Motif ES mit an sich 128 Stimmen hat ein optionaler virtuell-analoger Synthesizer 10 (2×5) Stimmen, und ein ebenfalls nachgerüsteter Physical-Modeling-Synth ist nur monophon.

EffekteBearbeiten

Um möglichst unabhängig von Outboard zu sein, besitzen Workstations immer interne digitale Effekte verschiedener Art. Zur Grundausstattung gehören Hall und Delay sowie Modulationseffekte wie Chorus, Flanger oder eine Rotary-Simulation.

Im Widerspruch zum Einsatz der Workstation als Produktionsumgebung steht allerdings die häufig sehr eingeschränkte maximale Anzahl an gleichzeitigen unterschiedlichen Effekten. Workstations der 90er Jahren haben teilweise nur eine Effektkette, der die Signale im Multimode an verschiedenen Stellen zugemischt werden können, oder nur einen Gesamteffekt, der zwar auch mehrere Effekte kombinieren kann, aber der im Multimode für die einzelnen Parts jeweils nur als Ganzes mit regelbarer Gesamtintensität zur Verfügung steht. Ab Mitte der 90er Jahre konnten einige hochwertige Workstations mehrere unterschiedliche Effektwege parallel einsetzen und den Multimode-Parts zuordnen, aber erst im 21. Jahrhundert erschienen die ersten Oberklasse-Workstations, die einen individuellen Effektweg für jeden Multimode-Part haben – ein Feature, das virtuell-analoge Synthesizer schon in den späten 90ern hatten.

Die Qualität der Effekte kann unterschiedlich ausfallen, erreicht aber nie die dedizierter externer Effektgeräte.

SequenzerBearbeiten

Ein weiteres Kernfeature der Workstation ist der Sequenzer. Dieser ermöglicht multitimbrales Spiel über das hinaus, wozu der Musiker händisch in der Lage ist. Zu einer Workstation gehört auch, daß der Sequenzer aufzeichnen kann und umfassend editierbar ist, ein MIDI-File-Player macht also noch keine Workstation.

Der Sequenzer ist einer der Verwendungszwecke für Datenträger in oder an der Workstation, denn darüber können Sequenzerdaten gespeichert und wieder geladen werden, so daß sie nicht im Instrument verbleiben müssen oder gar beim Ausschalten verloren gehen.

SongsequenzerBearbeiten

Grundsätzlich liegt der Sequenzer einer Workstation immer als Songsequenzer vor, der zumindest für jeden Multimode-Part eine Spur hat. Nicht immer gibt es aber eine feste Zuordnung von Multimode-Part, MIDI-Kanal und Sequenzerspur, bei Roland etwa kann jede Spur gleichzeitig Events aller MIDI-Kanäle enthalten. In anderen Fällen hat der Sequenzer mehr als 16 Spuren; Kurzweil beispielsweise hat Mitte der 90er Jahre einen Sequenzer eingeführt mit 32 Spuren, von denen jeweils 16 für die interne Klangerzeugung und für an den MIDI-Ausgang angeschlossene externe Klangerzeuger zuständig sind.

PatternsequenzerBearbeiten

Erweitert wird der Songsequenzer häufig um einen Patternsequenzer. Dieser ist zunächst einmal ausgeführt als die Fähigkeit des Songsequenzers, auch Patterns wiederholt abzuspielen. Auf diesem Wege müssen sich im Song wiederholende Elemente nur einmal aufgezeichnet und nicht mehrfach eingegeben oder kopiert werden, weil statt dessen einfach ein entsprechendes Pattern geloopt abgespielt wird.

Die Workstations einiger Hersteller bieten zusätzlich die Möglichkeit, Patterns per Hand auszulösen, und zwar auch dann, wenn der Songsequenzer nicht läuft. Dabei können sie auf verschiedene Arten oder auch gar nicht geloopt werden. Auf diese Art und Weise können beispielsweise beim Livespiel aufwendigere Phrasen schnell und einfach eingespielt werden. Beim laufenden Songsequenzer kann außerdem gewählt werden, ob das Pattern sofort, auf der nächsten Zählzeit oder zum nächsten Takt gestartet werden soll.

Nicht hingegen ist der Patternsequenzer dafür gedacht und ausgelegt, stand-alone in der Art von Groovegear eingesetzt zu werden. Dies ist zwar auf Umwegen möglich, allerdings fehlt zum einen die komfortable Lauflichtprogrammierung und zum anderen die Möglichkeit, Patterns bei laufendem, also spielendem Sequenzer zu bearbeiten.

Audioaufzeichnung und -sequencing, Harddisk-RecordingBearbeiten

Sofern eine Workstation samplingfähig ist, ist sie theoretisch auch fähig zu Audiosequencing in der Art einer DAW, indem einzelne Audio-Phrasen mit dem Sampler aufgezeichnet und nachbearbeitet und dann vom Sequenzer ausgelöst werden. Dieses Vorgehen ist natürlich abstrakter und weniger komfortabel in der Handhabung als in einer DAW, aber vor dem Erscheinen samplingfähiger Workstations wurde so mit Standalone-MIDI-Sequenzern oder Computern als Sequenzer und separaten Samplern gearbeitet.

Nur wenige Workstations sind per Nachrüstung oder werksseitig zu echtem Harddisk-Recording fähig, können also Audiosignale aus der internen Klangerzeugung oder über die Audioeingänge des Samplers direkt auf Festplatte aufzeichnen. Auch dieses Feature spielt in Workstations keine große Rolle mehr, denn als All-in-one-Lösung zur Musikproduktion sind Computer leistungsfähiger, flexibler und komfortabler in der Handhabung, und Harddisk-Recording erfordert hardwareseitig einen hinreichend großen und schnellen beschreibbaren internen Datenträger, der auch in der Oberklasse nicht immer schon vorhanden ist. Die KORG KRONOS, die ohnehin mindestens eine Solid State Disk besitzt, beherrscht auch weiterhin HDD-Recording.

Einige Instrumente, die etwa im Falle des Roland Juno-Gi auch per Marketing als Workstations eingeordnet wurden, können zwar Audio aufzeichnen, besitzen aber keinen aufnahmefähigen, editierbaren – oder überhaupt keinen – Sequenzer. Tatsächlich als Workstations gelten sie daher nicht.

Ein- und AusgabeBearbeiten

Zusätzlich zum obligatorischen Stereoausgangspaar verfügen Workstations der Oberklasse über Einzelausgänge als alternative Ausgangswege für Audiosignale. Diese können entweder in einzelnen Klangprogrammen oder den Parts im Multimode unabhängig von den Einstellungen des jeweiligen Klangprogramms angewählt werden. Häufig liegen interne Effekte aber nur an den Hauptausgängen an, zumal die Einzelausgänge ohnehin dafür vorgesehen sind, unabhängig von den Hauptausgängen mit externen Effekten bearbeitet zu werden.

Ältere Kurzweil-Workstations können ihre Einzelausgänge alternativ als Insertbuchsen verwenden. An diesen können externe Effekte eingeschleift werden, deren Ausgangssignale dann wieder in die Workstation zurückgeführt und über die Hauptausgänge ausgegeben werden.

Bei Workstations mit Sampler sind Stereoeingänge obligatorisch und teilweise sogar als XLR-Buchsen mit Mikrofon-Vorverstärker ausgeführt, um akustische Signale mit Mikrofonen samplen zu können. Modernere Workstations wiederum besitzen Audioeingänge, um z. B. andere Klangerzeuger durchschleifen und einen Submixer sparen zu können oder externe Signale mit internen Effekten bearbeiten zu können, beispielsweise das Signal eines Gesangsmikrofons mit einem Vocoder.

Klassische digitale Ein- und Ausgänge sind selten und inzwischen wieder aus der Mode gekommen. Dafür können moderne Workstations häufig ihren USB-Anschluß auch zur Übertragung von Audiosignalen zum Rechner verwenden und so als Audio-Interfaces eingesetzt werden.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Schlüsselelemente der Workstation tauchen schon vor 1988 in Instrumenten auf. Je nach Ausstattung kombinieren Fairlight CMI und NED Synclavier schon eine samplebasierte Klangerzeugung mit einem Sequenzer für ganze Songs. Allerdings sind die Samples und die darauf aufbauenden Klänge noch nicht als Presets in ROM gebrannt und müssen erst in einen bei frühen Modellen relativ kleinen RAM geladen werden, außerdem sind diese Instrumente horrende teuer – sie gehen schnell in sechsstellige Markbereiche.

ROM-Samples wie auch zunächst einfache mehrspurige Song-Sequenzer tauchen in den 80ern auch in elektronischen Orgeln und Arranger Keyboards auf. Allerdings gehen die Fähigkeiten der Sequenzer kaum über die eines 4-Spur-Kassettenrecorders hinaus, die Klangerzeuger selbst sind nicht programmierbar, und wenn es überhaupt Filter gibt, sind diese noch analog. Die Zahl der in diesen Instrumenten zur Verfügung stehenden Klänge ist noch sehr reduziert, weil selbst ROM noch teuer und daher knapp ist, von RAM für klangliche Eigenkreationen ganz zu schweigen.

Nachdem auch die ersten Sampler fast durchweg noch Analogfilter hatten, erscheint 1987 mit dem Roland D-50 der erste bezahlbare volldigitale subtraktive Synthesizer, der zumindest teilweise auf Samples zurückgreift. Dieser besitzt noch keinen Sequenzer und ist nur duotimbral.

1986Bearbeiten

  • Der Ensoniq ESQ-1 wird mitunter als die erste Workstation angesehen, obwohl er noch nicht ganz die Kriterien erfüllt. Seine drei Digitaloszillatoren pro Stimme können nur auf 32 Wellenformen aus einem ROM von 256 kB zurückgreifen, darunter sowohl Grundwellenformen als auch kurze Samples, und Klangspeicherplätze hat der ESQ-1 nur 40. Interne Effekte gibt es keine und auch nur acht Stimmen bei achtfacher Multitimbralität, dafür wird das pro Stimme vorhandene Analogfilter heute wieder als klangprägender Kaufgrund angesehen. Während der einspurige Sequenzer des Ensoniq Mirage nur einen Speicher von 333 Noten hat, schafft der achtspurige des ESQ-1 bis zu 10.000 Noten.

1988Bearbeiten

  • Die KORG M1 ist die erste Rompler-Workstation und einer der ersten reinen Rompler überhaupt, und sie erfüllt als erste bis auf 16fache Multitimbralität alle Grundvoraussetzungen einer Workstation. Statt analoger oder digitaler Oszillatoren setzt sie komplett auf einen seinerzeit üppigen Sample-ROM von 4 MB und kann unter anderem mit einem für den Preis des Instruments durchaus realistischen Akustikpianoklang aufwarten, der dennoch den Wunsch nach Verbesserung aufkommen läßt. 16 Stimmen und achtfacher Multimode sind in dieser Zeit noch ausreichend. Kritisiert wird unter anderem, daß KORG auf proprietäre RAM-Cartridges als Wechselspeicher setzt und das Filter nicht resonanzfähig ist. Dennoch wird die M1 mit 250.000 Einheiten zum meistverkauften Synthesizer aller Zeiten.
  • Yamahas erster Schritt in Richtung einer Workstation sind die YS200 sowie der Desktop-Expander TQ5. Weil man aber noch an der Phasenmodulations-Synthese festhält (und diese weiterhin als FM-Synthese verkauft), basieren beide auf dem DX11 bzw. TX81Z, arbeitet also mit vier Operatoren und ist zwar achtfach multitimbral, hat aber auch nur acht Stimmen. Einzig die von der übrigen Klangerzeugung separate Drummachine setzt Samples ein. Außerdem ist ein voller Zugriff auf die Klangerzeugung nicht am Gerät möglich, sondern nur über einen Editor, der auf dem Atari ST oder passenden Emulatoren läuft. Die ein Jahr später erschienene V50 steigert zumindest die Anzahl der Stimmen auf 16, setzt aber dennoch auf Phasenmodulation.
  • Auch Roland versucht sich an einer Workstation mit vorhandener Klangerzeugungstechnik: Die D-20 ist nichts weiter als ein D-10, ein gegenüber dem D-50 billigerer LA-Synthesizer, mit zusätzlichem Sequenzer und 3½"-Floppy-Laufwerk.

1989Bearbeiten

  • Als direkte Weiterentwicklung der M1 erscheinen die KORG T3, T2 und T1 mit doppeltem Sample-ROM und anderen Verbesserungen. Während die M1 nur mit einer 61-Tasten-Synthesizertastatur erhältlich ist, ist die oberhalb angesiedelte T-Reihe die erste Workstation-Familie mit unterschiedlichen Tastaturen, noch dazu gleich drei, bei ansonsten identischer Technik. Die T3 hat wieder 61 Tasten, die T2 derer 76, und die T1 hat eine Tastatur mit 88 Tasten und Hammermechanik, deren Ausmaße ein erheblich tieferes Gehäuse benötigen als die kleineren Synthesizertastaturen. Korg ist nicht nur weiterhin der einzige Hersteller echter Workstations, sondern hat nun auch als erster Hersteller sowohl eine Mittelklasse (M1) als auch eine Oberklasse (T-Modelle).

1991Bearbeiten

  • Kurzweils erste Neuentwicklung nach dem Verkauf an den südkoreanischen Pianohersteller Young Chang ist eine Workstation, die ihrer Zeit deutlich voraus ist: die K2000. Ihr Sample-ROM von 8 MB ist gutes Maß in jener Zeit, kann aber mittels zweier Erweiterungen auf bis zu 24 MB vergrößert werden. Außerdem ist sie die erste samplingfähige Workstation: Sie nimmt bis zu 64 MB an handelsüblichem Computer-RAM für Samples auf, mehr als jeder andere zeitgenössische Sampler, und kann ab Werk per Floppy oder SCSI Samples nachladen. Mit der Betriebssystem-Version 2 kann sie zum vollwertigen Sampler aufgerüstet werden und wird als K2000S bzw. K2000RS auch ab Werk mit Sampling-Option ausgeliefert – so manch ein Händler und so manch eine Kleinanzeigenrubrik führt die K2000 fortan als Sampler statt als Synthesizer. Als letzterer ist sie dennoch leistungsfähiger als die Konkurrenz: Sie hat eine fast schon modulare Synthesestruktur namens Variable Architecture Synthesis Technology (V.A.S.T.), und obwohl sie nur 24 Stimmen hat, holt sie dank V.A.S.T. einiges mehr aus einer Stimme als die japanische Konkurrenz.

1992Bearbeiten

  • Yamaha baut seine erste Workstation mit samplebasierter Klangerzeugung. Nachdem ihre Anwälte die Ankündigung Kurzweils abgeschmettert haben, in der K2000 FM-Synthese zu integrieren, bringen sie selbst mit der SY77 eine Workstation mit zwei separaten Synthese-Engines. Der Romplerteil hat nur 16 Stimmen, was ausgeglichen wird durch den AFM-Teil mit 16 weiteren Stimmen, der zugleich aus der SY77 den bislang umfangreichsten und leistungsfähigsten FM-Synthesizer macht.
  • Rolands erste voll samplebasierte Workstation, die JW-50, ist nichts weiter als ein SoundCanvas SC-55, also ein General MIDI-Klangerzeuger mit 24 Stimmen und 16fachem Multimode, aber eingeschränkter Editierbarkeit (es gibt nur Zugriff auf die acht GM-standardisierten Parameter), plus 61 Tasten und Sequenzer.
  • Die ersten Workstations eines europäischen Herstellers sind die GEM S2 und S3, die statt als Workstations als „Music Processors“ bezeichnet werden. Spätestens mit dem ein Jahr später eingeführten Turbo-Upgrade erweisen sie sich als sehr leistungsfähig und besitzen zudem gewisse Features, die die gesamte Konkurrenz aus Fernost nicht bieten kann, so sind GEM und Ensoniq die einzigen Hersteller, die Tastaturen mit polyphonem Aftertouch verbauen. Nach den S-Modellen und der Equinox wird GEM den Workstationbau wieder einstellen.

1993Bearbeiten

  • Die Roland JV-1000 ist die erste Workstation des Herstellers, die auf einem voll editierbaren Rompler basiert, also sowohl rein samplebasiert als auch ein Synthesizer mit vollem Zugriff auf die Klangerzeugung ist. Im wesentlichen hat Roland dem JV-90 einen umfangreichen Sequenzer zugefügt, der nicht nur eine ganze Anzahl an eigenen Bedienelementen hat, sondern ein eigenes zweites Display. Der Sample-ROM von nur 4 MB kann mittels einer fest eingebauten Roland SR-JV80-Karte auf 12 MB erweitert werden. Auch diese Workstation ist nur in einer Bauform erhältlich – als Keyboard mit 76 Tasten –, während andere Hersteller praktisch durchweg ihre Workstations auch als Rackexpander und/oder in mehreren Tastaturgrößen anbieten, z. B. Korg 01/W (61 Tasten), 01/W pro (76 Tasten), 01/W proX (88 Tasten, Hammermechanik) und 01R/W (Expander). Auch soll es noch zehn Jahre dauern, bis eine Roland-Workstation erstmals Samples laden kann.

1994Bearbeiten

  • KORG präsentiert einen Prototypen namens OASYS, der in dieser Form nie in Serie gehen wird. Es handelt sich um eine offene Plattform in Gestalt einer Workstation mit 76 Tasten, auf der die verschiedensten Klangerzeugungen, Effekte etc. als eine Art Plug-ins laufen sollen. OASYS selbst gilt als viel zu teuer für eine Serienfertigung, liefert aber die technische Basis für diverse spätere KORG-Produkte.

1995Bearbeiten

  • Die KORG Trinity ist eine sehr ungewöhnliche Workstation, die von allen KORG-Serienmodellen noch am nächsten am OASYS-Prototypen ist und direkt gegen GEM und vor allem Kurzweil zielt. Sie kommt in einem auffälligen silbernen Gehäuse, das im Stil dem des KORG Prophecy entspricht, und führt den Touchscreen bei Workstations ein. Der Sample-ROM von 24 MB ist groß genug für brandneue 48-kHz-Samples, die als Grundlage für die nur in der Trinity eingesetzte Klangarchitektur namens A.C.C.E.S.S. dienen. Auch in Sachen Effekte ist sie selbst der Nachfolgeworkstation Triton überlegen. Zusätzlich bietet sie mehr Nachrüstoptionen als sogar die im selben Jahr erscheinende Kurzweil K2500, darunter Sampling mit 8 MB Flash-Speicher, SCSI (bei Kurzweil seit der K2000 serienmäßig), ADAT und Harddisk-Recording, das KORG erst viel später wieder in einer Workstation anbot – Mitte der 90er galten Workstations schließlich noch als Produktionsmaschinen.
  • Die Roland XP-50 kommt weniger spektakulär daher, aber weil sie auf dem ein Jahr zuvor eingeführten JV-1080 basiert, ist sie die erste Workstation mit 64 Stimmen; aus demselben Grunde kann ihr Sample-ROM von 8 MB mittels nunmehr vier SR-JV80-Boards auf bis zu 40 MB vergrößert werden.

1998Bearbeiten

  • Yamaha reagiert auf die Trinity und die Kurzweil-Workstations mit der EX5, die in die Fußstapfen der SY99 tritt. Phasenmodulation kommt nicht mehr zum Einsatz (gleichwohl feiert sie in diesem Jahr ein kurzes Comeback in Form des Yamaha FS1R), dafür hat die EX5 neben dem Romplerteil drei weitere Engines eingebaut: eine effektbasierte Erweiterung des Romplers („FDSP“), eine virtuell-analoge Klangerzeugung („AN“) sowie Physical Modeling in der Art des VL1 („VL“). Im Gegensatz zur SY99 nutzen alle vier Engines dieselben gemeinsamen Prozessorkapazitäten, die letztlich die Achillesferse der EX5 darstellen: Als erste Workstation hat sie bis zu 128 Stimmen, die aber schnell ihre DSP-Leistung an ihre Grenzen bringen.
  • Roland bietet erstmals die gleiche Workstation in zwei Tastaturgrößen an: Der XP-80 von 1996 mit 76 Tasten wird die auf 61 Tasten gekürzte, ansonsten identische XP-60 zur Seite gestellt, die die nicht mehr zeitgemäße XP-50 beerbt, wobei immer noch in allen drei Workstations dieselbe Klangerzeugung steckt wie im JV-1080. Nach wie vor baut Roland seine mächtigste Klangerzeugung, die des JV-2080, nicht in Workstations ein, ebensowenig Sampling, obwohl sie über die Technologie verfügen (bis zu diesem Jahr bauen sie noch den Sampler S-760).

2001Bearbeiten

  • Die Yamaha Motif-Reihe ersetzt nach nur drei Jahren die aufwendigen, aber leistungsschwachen EX-Workstations. Die Reihe besteht aus den drei Keyboards Motif 6 (61 Tasten), 7 (76 Tasten), 8 (88 Tasten, Hammermechanik) und dem sequenzerlosen 1HE-Expander Motif-Rack mit etwas anderen Eckdaten. Die Anzahl der Stimmen wird auf 62 reduziert, und werksseitig kann die Motif nur noch Samples abspielen. Erweiterbar ist sie durch zwei PLG100-Boards, die erstmals im Gegensatz zu den Gepflogenheiten anderer Hersteller nicht einfach den ROM erweitern, sondern eigenständige Geräte sind. So kann die Motif aufgerüstet werden um z. B. einen PM-Synthesizer mit Kompatibilität zum Yamaha DX7, einen virtuell-analogen Synthesizer, einen Physical-Modeling-Synthesizer oder einen Vocal Harmonizer, der die serienmäßigen Audioeingänge nutzt.
  • KORG KARMA, ein Ableger der Triton-Familie, debütiert mit der interaktiven Sequenzertechnologie Kay Algorithmic Realtime Music Architecture (KARMA). Den für die Triton typische programmierbare Arpeggiator ersetzt sie durch eine über mehrere Parameter regelbare Begleitung, die sogar noch über eine zeitgenössische Begleitautomatik hinausgeht, aber so kompliziert ist, daß sie nicht vollständig am Gerät editierbar ist. KARMA selbst ist in Hardware nur in späteren Oberklasse-Workstations von KORG (M3, KRONOS) zu finden.

2003Bearbeiten

  • Als erste Roland-Workstation besitzt die Fantom-S die Fähigkeit zu samplen; bei allen Vorgängern bis einschließlich der Fantom FA-76 ist dies nicht einmal nachrüstbar. Der maximale Sample-RAM liegt dafür gleich bei 160 MB (32 MB ab Werk + 128 MB per Erweiterung). Auch ist sie die erste Workstation von Roland, die sofort in zwei Tastaturgrößen (61 Tasten, 88 Tasten mit Hammermechanik) angeboten wird. Ab der Fantom-S besitzen alle Fantom-Modelle (die Fantom-Xa eingeschränkt) Pads ähnlich wie die AKAI MPCs, allerdings hintergrundbeleuchtet. Die SR-JV80-Boards sind vollständig ersetzt worden durch die SRX-Erweiterungen mit jeweils bis zu 64 MB Sample-ROM, von denen die Fantom-S vier aufnimmt.

2004Bearbeiten

  • Schon nach einem Jahr wird die Roland Fantom-S ersetzt durch die bis zu fünf Modelle der Fantom-X, die Roland vermarktet als die ersten „Giga-Workstations“. Die Keyboards mit 61 (Fantom-X6), 76 (Fantom-X7) und 88 Tasten (Fantom-X8) besitzen als erste Workstations ein Farbdisplay. Der Sample-RAM dieser Modelle kann erweitert werden auf bis zu 544 MB (32 MB sind Serie); überhaupt verfügt der Sampler über so manche Besonderheit. Das Rackmodul Fantom-XR hat weder Sequenzer noch Sampler, ist somit keine Workstation mehr, kann aber sechs SRX-Boards aufnehmen, zwei mehr als die drei großen Tastaturmodelle. Die wenig später nachgereichte 61tastige Fantom-Xa besitzt weiterhin den Sample-ROM der Fantom-S, das mit dem JD-990 eingeführte grün beleuchtete Rasterdisplay, keine anschlagdynamischen Pads und auch nur 4 MB an werksseitigem Sample-RAM (die 512-MB-Erweiterung nimmt sie jedoch auch auf), außerdem hat sie nur einen Slot für ein SRX-Board, ist aber deutlich preisgünstiger als die Fantom-X6.

2005Bearbeiten

  • Nach der QS-Reihe präsentiert Alesis seine zweite Workstation-Familie: die Fusion, die in Form zweier Keyboards kommt: Die Fusion 6HD hat 61 ungewichtete Synthesizertasten, die 8HD hat 88 gewichtete Tasten, verzichtet aber auf eine Hammermechanik. Vieles an der Fusion ist ungewöhnlich, angefangen bei der Gehäusegestaltung: Die Fusions fallen relativ kurz aus, weil die beiden Wheels oberhalb der Tastatur statt links daneben angeordnet sind. Die Klangerzeugung ist immer subtraktiv mit einem Filter, das dem Alesis Ion/Micron entnommen wurde und 20 verschiedene Filtertypen hat, darunter auch solche, die den Minimoog, das Oberheim SEM, den Roland Jupiter-8 oder die Roland TB-303 emulieren. Vor diesem Filter, also auf Oszillatorebene, kann die Fusion allerdings als Rompler/Sampler, 6OP-PM-Synthesizer, leider ohne SysEx-Kompatibilität zum Yamaha DX7, virtuell-analoger Synthesizer und Physical-Modeling-Synthesizer mit zwei verschiedenen Modellen geblasener Instrumente eingesetzt werden. Die Fusion ist als erste Workstation 32fach multitimbral, die 16 zusätzlichen Parts werden über MIDI oder vom internen Sequenzer gespielt. Der Sequenzer wiederum hat nicht nur 32 MIDI-Spuren, sondern zusätzlich acht Audiospuren, die mittels der serienmäßigen Festplatte (40 oder 80 GB) Harddisk-Recording in 24 Bit ermöglichen. Die Fusion hat dennoch von vornherein einen schweren Stand, auch weil kaum jemand Alesis mit Workstations assoziiert, die die etablierten drei Japaner schlagen kann, hauptsächlich aber, weil die Fusion anfangs ausgeliefert und von Magazinen getestet wird mit einigen schwerwiegenden Bugs, die zwar behoben werden, ihr aber für den Rest ihrer Verkaufszeit den Ruf ruinieren.
  • KORG baut endlich eine Workstation namens OASYS in Serie. Wie die Alesis Fusion ist sie eine Multisynthese-Workstation, aber mit noch mehr und separaten Engines und einem Gehäuse, das erheblich größer ist als bei anderen Workstations. Die 76-Tasten-Version kostet mit $8000 nur 40% des für die 1994er OASYS veranschlagten Preises, wird aber dennoch nur von der um $500 teureren 88-Tasten-Hammermechanik-Version im Preis übertroffen, die die teuerste Serienworkstation aller Zeiten sein dürfte. Durch den offenen Aufbau auf Basis eines Linux-Systems kann OASYS softwareseitig nicht nur leicht aktualisiert, sondern obendrein erweitert werden; die einzige Hardwareoption beinhaltet eine ADAT-Schnittstelle mit acht Ausgängen und einen Wordclock-Eingang. Auch ist OASYS die erste Workstation, die eine Tonradorgel emuliert.

2007Bearbeiten

  • Das zweite und letzte Produkt im KORG Komponent System ist die M3, Nachfolgemodell der Triton in der Oberklasse (derweil die Triton selbst unter anderem als TR-Reihe in der Mittelklasse weiterlebt). Wie beim RADIAS ist die Klangerzeugung selbst in ein Pultmodul eingebaut, das auf Schienen auf der eigentlichen Tastatur geführt wird und wie beim Minimoog aufgestellt, im Gegensatz zu diesem aber seitlich verschoben werden kann. Obwohl das Komponent System nicht ganz konsequent angewandt wird (es gibt die Tastaturen der M3 im Gegensatz zum nicht racktauglichen Modul nicht einzeln, und die Tastaturen von M3 und RADIAS sind nicht kompatibel zueinander), kann ab der 73-Tasten-Version neben dem M3-Modul ein RADIAS-Modul montiert werden (kurioserweise gibt es für die M3 auch eine Erweiterung mit der Klangerzeugung des RADIAS, die nicht gleichzeitig mit einem tatsächlichen RADIAS verwendet werden kann), und die 88-Tasten-Version kann statt dessen auch ein zweites M3-Modul aufnehmen.
  • Nachdem der Roland Juno-D den Namen „Juno“ (siehe Roland Juno-6 und Juno-60, Juno-106 sowie Alpha Juno 1 und 2) für Instrumente niedrigerer Preisregionen wiederbelebt hat, bringt die Juno-G die Juno-Farben zurück und grenzt die Mittelklasseworkstations noch mehr von der Oberklasse ab, nachdem die Fantom-Xa eher wie eine reduzierte Fantom-X wirkte.

2011Bearbeiten

  • KORG KRONOS ist gleichzeitig Nachfolger der vorherigen Oberklasseworkstation M3 und Nachfolger im Geiste der Überworkstation OASYS, denn sie vereinigt nahezu alle Features von OASYS in einer Workstation, die preislich nur unwesentlich über der Oberklasse-Konkurrenz liegt, ohne also eine eigene Klasse zu beanspruchen. Damit hat KORG als Konkurrenten zu den rein samplebasierten Roland Fantom-G und Yamaha Motif XF eine Workstation mit neun verschiedenen Klangerzeugungen (Rompler/Sampler inklusive Wave Sequencing und Streaming von einer Solid State Disk, spezielle samplebasierte Klangerzeugung für akustische Pianos, Modeling-E-Piano, Modeling-Tonradorgel, generischer virtuell-analoger Synthesizer, MS-20-Emulation, Polysix-Emulation, umfangreicher VPM-Synthesizer mit DX7-Kompatibilität, Physical Modeling mit Saitenmodell). Zu den übrigen von OASYS übernommenen Features zählt das Harddisk-Recording, das nun auf die SSD zurückgreift und 16 Audiospuren mit 24 Bit verwenden kann. Mehr als jede Workstation ihrer Preisklasse zuvor wäre KRONOS geeignet, um ganze Musikproduktionen auf einem einzigen Instrument durchzuführen – was der ursprüngliche Sinn der Workstation war –, dennoch findet man KRONOS wie alle anderen Workstations fast nur auf Bühnen vor.

2012Bearbeiten

  • Durch die Einführung der MX-Reihe hat Yamaha als erster Hersteller drei Klassen vollwertiger Workstations. Noch dazu kommen sowohl in den Budgetworkstations der MX-Reihe als auch in den Mittelklasseworkstations der MOXF-Reihe die gleichen ROM-Samples und Programme zum Einsatz wie im Flaggschiff Motif XF. Die MX49 ist mit 49 Tasten die schmalste bisher gebaute Keyboard-Workstation.

Siehe auchBearbeiten

Kategorie: Music Workstations

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.