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Der Oszillator ist der Bestandteil eines Synthesizers, der in den meisten Fällen den Klang erzeugt, der im Laufe des Signalweges dann bearbeitet wird.

Bauarten und BezeichnungenBearbeiten

Voltage-Controlled Oscillator (VCO)Bearbeiten

Der Voltage Controlled Oscillator oder VCO ist das klangerzeugende Element der klassischen Analogsynthesizer der 60er und 70er Jahre wie auch von noch älteren elektronischen Klangerzeugern. Das Signal wird durch eine Analogschaltung erzeugt, somit sind nur Grundwellenformen möglich. Schwingfrequenz und etwaige andere Parameter werden geregelt über Steuerspannungen.

VCOs sind technisch relativ einfach und in vielen Synthesizern in volldiskreter Bauweise vorhanden, also in Form einzelner elektronischer Bauelemente. Dadurch, daß es für die Schwingfrequenz keine Kontrollinstanz gibt und die Bauweise eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen nach sich zieht, sind sie je nach Synthesizermodell mitunter nicht sehr stimmstabil und arbeiten nicht besonders präzise. Zum einen entstehen dadurch Schwebungen, die den Klang "fett" und organisch erscheinen lassen. Zum anderen aber ist besonders für melodisches Spiel händisches Stimmen, etwa unter Zuhilfenahme eines Gitarrenstimmgerätes, notwendig, insbesondere in polyphonen Synthesizern, bei denen die einzelnen Stimmen aufeinander abgestimmt sein müssen, die andererseits aber durch stärkere Eigenerwärmung zu verstärktem Verstimmen neigen können.

Digitally Controlled Oscillator (DCO)Bearbeiten

Der Digitally Controlled Oscillator oder DCO ist die technologische Weiterentwicklung des VCO. Nach wie vor wird ein analoges Signal erzeugt, die Frequenzregelung allerdings erfolgt nicht durch klassische analoge Schwingkreise, sondern per Quarz oder digitalen Taktgeber. Auch andere Parameter werden digital gesteuert.

Der Hauptvorteil der DCOs ist ihre Stimmstabilität. Dies geht allerdings etwas zu Lasten des Klangs, wenn man den imperfekten, aber warmen und "fetten" Analogsound der 70er Jahre als Ideal hat. Sie liegen durchweg als integrierte Schaltkreise vor, die platzsparender sind, weniger Wärme abgeben und wiederum unempfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen sind. DCOs sind außerdem leichter in speicherbare Synthesizer einzubinden. In den 80ern waren sie besonders beliebt bei Unter- und Mittelklassesynthesizern und billiger herzustellen.

OktavteilertechnikBearbeiten

Oktavteiler ermöglichen paraphone, aber teilweise vollpolyphone analoge Klangerzeuger mit relativ geringem Bauaufwand bei sehr hoher Stimmstabilität. Untereinander ist das Verstimmen der einzelnen Stimmen gegeneinander gar prinzipbedingt unmöglich, so daß auf Oktavteilern basierende Instrumente immer wohltemperiert gestimmt sind.

Die Basis dieser Technik ist ein einzelner Oszillator für alle Stimmen, der eine Rechteckwelle im Megahertzbereich erzeugt und immer konstant mit derselben Frequenz schwingt. Zwölf Frequenzteiler reduzieren nun diese Frequenz auf die Frequenzen der zwölf Noten der höchsten Oktave, die der Klangerzeuger spielen kann. Die tieferen Oktaven werden wiederum durch daran gekoppelte Frequenzteiler, die eigentlichen Oktavteiler, erzeugt: halbierte Frequenz für eine Oktave tiefer, geviertelte Frequenz für zwei Oktaven tiefer usw.

Da Frequenzteiler immer Wellen mit derselben Frequenz erzeugen, muß pro Taste oder spielbarer Note im Klangerzeuger ein eigener Frequenzteiler vorhanden sein. Dadurch wird der Klangerzeuger vollpolyphon. Das Auslösen einer Note schaltet nur seinen Ausgang frei und macht ihn hörbar; schwingen tut er ununterbrochen.

Zunächst einmal geben die Frequenzteiler nur Rechteckwellen aus. Mit Waveshaping können allerdings auch andere Grundwellenformen daraus generiert werden.

Bei Synthesizern ist die Oktavteilertechnik sehr selten anzutreffen. Der Moog Polymoog war seinerzeit Beispiel genug dafür, daß sie für Synthesizer wenig geeignet ist, weil sie zur Paraphonie zwingt, die bei derartig teuren Instrumenten unangebracht ist. KORG wandte bei seinen halbmodularen Polysynths PS-3100, PS-3200 und PS-3300 und beim Trident die Oktavteilertechnik mit jeweils einem Oszillator pro Note in einer Oktave an, so daß die Gesamtzahl an Oszillatoren immer ein Vielfaches von 12 ist, und vermied die Paraphonie, indem trotzdem Filter, Verstärker und eine Hüllkurve jeweils für jede spielbare Note verbaut wurde.

Die Oktavteilertechnik kommt generell zum Einsatz in Stringmachines

sowie einigen Multikeyboards und elektronischen Orgeln.

DigitaloszillatorBearbeiten

Beim Digitaloszillator wird das ausgehende Signal von vornherein digital erzeugt. Die Wellenform basiert dabei entweder auf einer Wertetabelle, die zeitabhängig ausgelesen wird, oder sie wird in Echtzeit mathematisch errechnet.

Beide Verfahren haben ihre Vorteile. Digitaloszillatoren können, da sie nicht an die Verhaltensweisen analoger Schwingkreise gebunden sind, an sich schon mehr Wellenformen erzeugen als Analogoszillatoren, aber in ersterem Fall, also mit der Wertetabelle, sind auch Wellenformen möglich, die auch per Rechenmodell nicht erzeugbar sind, etwa resynthetisierte Audiosignale, quasi die Vorläufer von Samples, gegenüber denen sie den Vorteil haben, weniger damals teuren Speicher einzunehmen. Auf diesem Prinzip setzen Wavetables ebenso auf wie KORGs DWGS und die Oszillatoren des RMI Keyboard Computers.

Dadurch aber, daß die Anzahl der Schritte, aus denen sich ein Wellendurchgang zusammensetzt, konstant ist (zumeist auch nicht sehr groß) und verschiedene Frequenzen durch unterschiedlich schnelles Durchlaufen der Schritte erzeugt werden, ist gerade in extremen Frequenzbereichen die Wahrscheinlichkeit digitaler Artefakte größer.

Virtuell-analoge Synthesizer können grundsätzlich auf die Zusatzwellenformen verzichten, da sie Synthesizer zu imitieren versuchen, die diese auch nicht erzeugen können. Bei ihnen werden Oszillatorwellenformen eher in Echtzeit errechnet. Die Wellen werden immer noch schrittweise aufgebaut, aber nicht nur schneller als bei einer Wertetabelle, sondern mit konstanter Geschwindigkeit, unabhängig von der zu erzeugenden Schwingungsfrequenz. Dabei werden pro Wellendurchgang erheblich viel mehr Werte errechnet, die Welle wirkt glatter, und es gibt weniger Artefakte.

Der Vorteil, den Digitaloszillatoren in den 70er und 80er Jahren gegenüber Analogoszillatoren ausspielte, war, daß sie in jeder Situation perfekt gestimmt waren. Das machte sie tauglich für Anwendungen, bei denen es um eine wirklich exakte Oszillatorstimmung ging, wie die additive Synthese oder die FM-Synthese.

Wave GeneratorBearbeiten

Siehe Sampleplayer, Rompler und Sampler.

Oszillatoren in verschiedenen KlangsynthesenBearbeiten

Klassische subtraktive SyntheseBearbeiten

Bei der subtraktiven Synthese kommen Oszillatoren in einer sehr ursprünglichen Form vor. Für gewöhnlich können sie nur die wenigen Grundwellenformen erzeugen, die mit analogen Schaltungen möglich sind. Der Großteil der Klangformung geschieht durch die nachträgliche Bearbeitung des Signals oder durch die Modulation des Oszillators/der Oszillatoren. Manche subtraktiv arbeitenden Digitalsynthesizer und virtuell-analogen Synthesizer können auch andere Wellenformen erzeugen, für klassische Analogsounds sind diese aber eher untypisch.

Einfachere Analogsynthesizer haben pro Stimme nur einen Oszillator, ansonsten sind zwei oder drei üblich. Gerade bei Synthesizern mit nur einem, manchmal auch mit mehreren Oszillatoren gibt es mitunter auch den Suboszillator. Virtuell-analoge Synthesizer haben durchweg pro Stimme mehrere Oszillatoren.

Additive SyntheseBearbeiten

Bei der additiven Synthese in ihrer Reinform wird der endgültige Klang sofort durch die Oszillatoren erschaffen, die außerdem alle nur einen Sinus erzeugen können. Die Oszillatoren sind meistens fest in harmonischen Intervallen zueinander gestimmt und entsprechend zahlreich, d. h. pro Stimme gibt es dann 16 oder mehr Oszillatoren. Diese müssen sehr präzise arbeiten, somit kommen bei der additiven Synthese nur digitale Oszillatoren zum Einsatz.

FM-Synthese, Phase Distortion-Synthese etc.Bearbeiten

Bei Syntheseformen, die auf der Modulation von Oszillatorschwingungen beruhen, heißen Oszillatoren für gewöhnlich nicht Oszillatoren, sondern Operatoren. Sie werden auch anders eingesetzt: Entweder ihre Schwingung wird als hörbares Signal genutzt und in den Mixer geleitet, in diesem Fall spricht man von einem Träger (Carrier), oder ihre Schwingung wird genutzt, um einen anderen Operator zu modulieren, in diesem Fall spricht man von einem Modulator. Üblicherweise kommen auch hier nur Sinusschwingungen zum Einsatz, weiter fortgeschrittene Synthesizer können aber auch andere, für diese Syntheseformen untypische Wellenformen verwenden.

Auch hier kommen klanglich überzeugende Ergebnisse nur durch absolut präzise gestimmte Oszillatoren zustande, was den Einsatz von Analogtechnik ausschließt und Digitaloszillatoren erforderlich macht.

Sampleplayer/Rompler und SamplerBearbeiten

Bei samplebasierten Klangerzeugern gibt es zwar noch oszillatorartige Elemente, diese werden aber nicht immer Oszillatoren genannt. Üblich sind statt dessen Begriffe wie Wave Generator. Sie erzeugen auch keine sich wiederholenden, kurzen Schwingungen, sondern geben statt dessen digital aufgezeichnetes Audiomaterial wieder, auch wenn dies ein Sample einer analogen Schwingung ist, das auf genau einen Wellendurchgang zugeschnitten ist.

GrundwellenformenBearbeiten

Die Grundwellenformen sind die Wellenformen, die von Analogsynthesizern üblicherweise erzeugt werden können. Ihre Auswahl ist deshalb eher beschränkt, weil es nur einige wenige Wellenformen gibt, die mit relativ geringem Aufwand mit analogen Schaltkreisen generierbar sind.

SägezahnBearbeiten

Der Sägezahn ist die wohl am häufigsten eingesetzte Wellenform der subtraktiven Synthese. Sein Vorteil ist, daß er sehr viele Obertöne hat, und zwar sowohl die geradzahligen als auch die ungeradzahligen, und daher sehr scharf klingt. Dadurch kann sein Klangsignal sehr gut mit Filtern bearbeitet werden.

Der Verlauf des Sägezahnes als Wellenform ist asymmetrisch: Beim steigenden Sägezahn steigt das Signal bis zum positiven Maximalwert an, fällt dann schlagartig auf den negativen Maximalwert und steigt dann wieder an. Der fallende Sägezahn verläuft genau umgekehrt. In der Praxis unterscheiden sie sich nur dann, wenn sie zur Modulation eingesetzt werden; klanglich sind sie identisch.

RechteckBearbeiten

Das Rechteck ist die zweithäufigste Wellenform analoger Synthesizer. Es enthält nur ungeradzahlige Obertöne und hat einen hohlen, entfernt an eine Klarinette erinnernden Klang.

Die Rechteckwellenform springt schlagartig auf den positiven Maximalwert, verharrt da und springt auf der Hälfte der Wellenlänge auf den minimalen Maximalwert, wo sie bis zum vollständigen Wellendurchgang bleibt, um dann wieder auf den positiven Maximalwert zu springen.

PulsBearbeiten

Die Pulswelle ist eine Variation der Rechteckwelle. Während das Rechteck symmetrisch ist, wird genau dies beim Puls vermieden, indem der Zeitabschnitt, den das Signal auf dem positiven Maximalwert verbringt, reduziert wird. Der Anteil dieses Abschnittes an der gesamten Wellenlänge wird Pulsbreite genannt. Diese variiert für gewöhnlich zwischen 10% und unter 50% (bei genau 50% ist die Rechteckwelle wiederhergestellt). Je niedriger die Pulsbreite ist, desto obertonreicher und schärfer ist der Klang. Bei sehr geringen Werten dünnt er allerdings stark aus, und eine Pulswelle mit nahe oder genau 0% ist unhörbar.

Bei Synthesizern, deren Rechteckwelle zum Puls verformbar ist, kann meistens die Pulsbreite moduliert werden.

DreieckBearbeiten

Das Dreieck ist immer noch häufig bei Analogsynthesizern anzutreffen. Es klingt aber eher dumpf und wird beispielsweise zum Verstärken niedriger Frequenzanteile oder gar vom Suboszillator verwendet. Die Obertöne des Dreiecks sind durchweg geradzahlig.

Wie der Name schon sagt, bewegt sich das Signal bei der Dreieckswelle kontinuierlich zwischen positivem und negativem Maximalwert hin und her, und zwar jeweils mit der gleichen Steigung. Wie das Reckteck ist das Dreieck also symmetrisch.

SinusBearbeiten

Der Sinus ist die reinste Schwingungsform und zeichnet sich dadurch aus, daß er keinerlei Obertöne hat. Während es praktisch sinnlos ist, ihn zu filtern, ist er um so prädestinierter für Syntheseformen, die auf der Modulation von Oszillatoren beruhen, z. B. FM-Synthese, sowie für die additive Synthese, die ja darauf beruht, daß die Obertöne eines Klanges künstlich aufeinandergeschichtet werden.

Für Analogsynthesizer ist der Sinus übrigens nicht sehr typisch, da es relativ aufwendig ist, mit analogen Schaltkreisen einen relativ sauber arbeitenden Sinusoszillator zu bauen. Es ist einfacher, eine Sinuswelle durch Selbstoszillation eines Filters zu erzeugen. Durch seinen Mangel an Obertönen ist der Sinus für die subtraktive Synthese ohnehin eher uninteressant.

Die Form des Sinus ist ähnlich wie die des Dreiecks, aber nicht geradlinig, sondern abgerundet.

DigitalwellenBearbeiten

Unter Digitalwellen faßt man komplexe Wellenformen zusammen, die ausschließlich von Digitaloszillatoren erzeugt werden können. Während einige reine Kunstgebilde sind, sind andere resynthetisierte Klänge von Naturinstrumenten, also die älteren Verwandten von Samples. Sie alle aber haben gemeinsam, daß sie nur die Länge eines Wellendurchgangs haben, also Single-Cycle-Wellen sind.

Ein besonderes Einsatzgebiet von Digitalwellen sind Wavetables.

SuperSawBearbeiten

Einige virtuell-analoge Synthesizer, auch solche, die sonst auf digitalem Wege nur die Grundwellenformen erzeugen, bieten zusätzlich eine Digitalwellenform, die den Klang mehrerer gegeneinander verstimmter Sägezahn-Oszillatoren mit nur einem einzigen Oszillator und ohne die Verwendung Unisono-Modus imitiert. Der Klang dieser Wellenform ist an sich zu breit, um mehrstimmig gespielt zu werden, was technisch natürlich immer noch möglich wäre, und so kommt sie zumeist bei Leadsounds zum Einsatz. Sehr beliebt sind derartige Sounds im Trance-Bereich.

Je nach Hersteller ist diese Wellenform unterschiedlich aufgebaut und benannt. Erstmals wurde sie verwendet im Roland JP-8000, wo sie sieben Oszillatoren imitiert und SuperSaw genannt wird. Ab dem Access Virus TI gibt es eine Emulation von neun Sägezahnoszillatoren namens Hypersaw. Beim Yamaha AN1x und artverwandten Geräten können die Oszillatoren so moduliert werden, daß sich die Wellenform verformt zu etwas Schwebendem, das wiederum zwei gegeneinander verstimmten Oszillatoren ähnelt. Dies funktioniert auch mit der Rechteckwelle. Die auf Samples beruhenden Novation KS-4, KS-5 und KS-Rack wiederum haben Samples eingebaut, die jeweils zwei Sägezahn-, Dreiecks- oder Sinusoszillatoren ähneln.

Besondere OszillatorartenBearbeiten

SuboszillatorBearbeiten

Ein Suboszillator ist bei Analogsynthesizern kein Oszillator im herkömmlichen Sinne, sondern ein Frequenzteiler, der fest an die Frequenz eines anderen Oszillators gekoppelt ist, und klingt für gewöhnlich eine oder mehrere Oktaven tiefer. Er ist nicht einzeln feinstimmbar, höchstens seine Oktavlage ist umschaltbar. Seine Aufgabe ist es folglich, einem Klang ein stärkeres Baßfundament zu geben.

Als Frequenzteiler ist ein Suboszillator technisch erheblich einfacher aufgebaut und somit billiger zu fertigen als ein vollwertiger Oszillator und hat den Vorteil, daß er sich gegenüber seinem Masteroszillator nicht verstimmen kann. Dafür ist er aber auch nicht so flexibel wie ein vollwertiger Oszillator.

Es liegt in der technischen Natur eines Frequenzteilers, daß er zunächst einmal nur eine Rechteckwelle erzeugen kann. Manche Suboszillatoren bieten zusätzlich per Waveshaping eine Dreieckswelle. Da Suboszillatoren ohnehin nur verwendet werden für tiefe Frequenzanteile, sind obertonreiche Wellenformen überhaupt nicht notwendig.

Niederfrequenzoszillator (Low Frequency Oscillator, LFO)Bearbeiten

Ein Niederfrequenzoszillator oder LFO arbeitet im Prinzip wie ein normaler Oszillator. Er unterscheidet sich aber in zwei Punkten: Zum einen, wie der Name schon sagt, schwingt er erheblich langsamer, und zum anderen erzeugt er auch kein zu hörendes Signal, sondern ein Steuersignal, mit dem andere Funktionen eines Synthesizers beeinflußt (moduliert) werden.

Einige der frühesten Analogsynthesizer, etwa von Moog oder ARP, hatten keine dedizierten LFOs. Statt dessen wurden dafür die normalen Oszillatoren verwendet und entsprechend tiefer gestimmt. Natürlich konnte man zum Modulieren die Oszillatoren auch mit hörbaren Frequenzen schwingen lassen. Auch aus diesem Grunde wird heutzutage bei Synthesizern häufig darauf Wert gelegt, daß die LFOs entgegen ihrem Namen bis in den Audiobereich schwingen können. Bei Modularsynthesizern wird übrigens heute noch häufig so vorgegangen.

Bei einigen virtuell-analogen Synthesizern wiederum haben LFOs einen sogenannten One-Shot-Modus. In diesem durchläuft der LFO seine Welle nur ein einziges Mal, statt sie als Schwingung zu wiederholen, und kann so als zusätzliche Hüllkurve genutzt werden.

Ein bei älteren KORG-Synthesizern verwendeter Begriff für den LFO ist Modulation Generator, abgekürzt MG.

OperatorBearbeiten

Als Operator wird ein Oszillator im Kontext von Syntheseverfahren auf Basis von Frequenz- oder Phasenmodulation bezeichnet. Diese Syntheseformen verlangen zwingend sehr präzise gestimmte und somit digitale Oszillatoren, und Sinus ist die am häufigsten verwendete, in den meisten Synthesizern gar die einzige verfügbare Wellenform. Das Besondere an einem Operator ist, daß er meist je nach gewähltem Algorithmus an verschiedener Stelle in der Klangerzeugung sitzen kann, also entweder an den Mixer angebunden und selbst hörbar ist (Träger, Carrier) oder einen anderen Operator moduliert (Modulator).

Modulationen an OszillatorenBearbeiten

FrequenzmodulationBearbeiten

Bei der Frequenzmodulation (FM) wird die Schwingungsfrequenz eines Oszillators durch einen anderen Oszillator verändert. Je niedriger das Signal des modulierenden Oszillators ist, desto langsamer schwingt der modulierte Oszillator, desto tiefer ist also der gehörte Ton, und je höher das modulierende Signal ist, desto schneller schwingt er, und desto höher ist der Ton.

Ein LFO mit einer Dreieck- oder seltener Sinuswelle erzeugt beispielsweise ein Vibrato, ein LFO mit einer Rechteck- oder Pulswelle läßt den Ton springen. Wenn das modulierende Signal selbst mit einer hörbaren Frequenz schwingt, verändert sich der Klang selbst. Das Schwierige in diesem Fall ist, die Oszillatoren sauber zueinander zu stimmen, wenn man einen tonal spielbaren Klang haben möchte. Gerade spannungsgesteuerte Analogsynthesizer arbeiten hier zu unpräzise.

Die FM-Synthese setzt die Frequenzmodulation in erheblich erweiterter Form, also nicht mit zwei, sondern meist mit vier oder sechs Oszillatoren, als einziges klangformendes Element ein.

AmplitudenmodulationBearbeiten

Die Amplitudenmodulation (AM) ist relativ selten, auch weil die Amplitude nicht zwingend ein veränderbarer Parameter eines Oszillators ist und die Lautstärke der einzelnen Oszillatoren meist erst im Mixer geregelt werden kann. Hier wird der Ausschlag der Schwingung, also die Amplitude, durch einen anderen Oszillator moduliert. Mit einem LFO mit Dreieckswelle könnte man so ein Tremolo erzeugen.

Die Amplitudenmodulation wird häufiger direkt auf den Verstärker angewandt.

RingmodulationBearbeiten

Die Ringmodulation (Ringmod) ist eine erweiterte Amplitudenmodulation, bei der nicht nur ein Oszillator den anderen in der Amplitude moduliert, sondern beide Oszillatoren einander modulieren.

CrossmodulationBearbeiten

Crossmodulation (Xmod) verhält sich zur Frequenzmodulation wie Ringmodulation zur Amplitudenmodulation: Zwei Oszillatoren modulieren gegenseitig ihre Frequenz. Wie bei der Ringmodulation geschieht die Modulation natürlich nicht mit der ursprünglichen Wellenform, sondern mit einem bereits modulierten Signal, so daß sich die Modulationen gegenseitig verstärken und verändern.

PhasenmodulationBearbeiten

Die Phasenmodulation ist entfernt verwandt mit der Frequenzmodulation, erzeugt oft ähnliche Ergebnisse, war aber mit frühen Digitalsynthesizern einfacher zu realisieren. Der Modulator verändert hier nicht die Frequenz, mit der der Carrier schwingt, sondern die Phasenlage seiner Schwingung, er verschiebt also die ganze, an sich unveränderte Wellenform des Carriers auf der Zeitachse hin und her. Dies geschieht natürlich, während der Carrier weiterschwingt, somit sind Streckungen und Stauchungen der Carrier-Wellenform nicht nur unvermeidlich, sondern sogar das Ziel der Phasenmodulation, denn sie wirken sich ähnlich aus, wie wenn die Frequenz des Carriers selbst moduliert würde.

Auch hierauf kann eine ganze Klangsyntheseform basieren, dies ist auch schon vielfach angewandt worden: Weil Yamaha sich sämtliche Rechte an der FM-Synthese gesichert hat, hat Hauptkonkurrent Casio in den 80er Jahren die auf Phasenmodulation beruhende Phase Distortion-Synthese entwickelt. Gleichzeitig hat Yamaha selbst ab dem DX7 statt echter FM-Synthese Phasenmodulationssynthese angewandt. In den 90ern wiederum führte KORG als eines der MOSS-Modelle Variable Phase Modulation (VPM) ein, die ebenfalls nach diesem Prinzip funktioniert – zuletzt wurde sie in die Workstation Kronos als MOD-7 implementiert, das sogar die zahlreichen Yamaha-DX7-Klänge importieren kann.

SyncBearbeiten

Oszillator-Synchronisation (oder kurz Sync) ist keine kontinuierliche, sondern eine schlagartige Beeinflussung des Wellenverlaufes. Immer, wenn der synchronisierende Oszillator (Master) eine volle Wellenlänge durchlaufen hat, greift er in den Wellenverlauf des synchronisierten Oszillators (Slave) ein. Dies macht es erforderlich, daß der Slave höher gestimmt ist, also schneller schwingt als der Master.

Es ist zwischen Hard-Sync und Soft-Sync zu unterscheiden:

Hard-SyncBearbeiten

Hard-Sync ist die klassische, am weitesten verbreitete Sync-Form. Wenn der Master am Anfang seiner Wellenform angelangt ist, stoppt er den Wellenverlauf des Slave und setzt ihn ebenfalls auf den Anfang zurück.

Soft-SyncBearbeiten

Soft-Sync ist weniger drastisch, weil es keine Wertesprünge im Verlauf des Slave gibt, aber auf analogem Wege deutlich schwieriger zu realisieren, folglich seltener. Statt den Slave zu stoppen und zurückzusetzen, kehrt der Master mit jedem vollendeten Wellendurchlauf die Wellenform des Slave um, schaltet sie also quasi zwischen Vorwärts- und Rückwärtslauf um.

PulsbreitenmodulationBearbeiten

Eine Besonderheit der Rechteck-/Pulswelle ist die Möglichkeit der Pulsbreitenmodulation (Pulse Width Modulation, PWM). Hier wird die Pulsbreite einer Pulswelle durch ein anderes Signal verändert (moduliert). Wird hierfür ein LFO verwendet, ergibt sich mit nur einem einzigen Pulsoszillator eine Art Schwebung. Schwingt der modulierende Oszillator im hörbaren Bereich, hat dies drastischere klangliche Veränderungen zur Folge.

Seltener ist Pulsbreitenmodulation bei anderen Wellenformen anzutreffen, üblicherweise bei digital arbeitenden Synthesizern.

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